Frauenpolitische Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl in Bielefeld 2020

Frauen macht Zukunft. Für eine geschlechtergerechte Stadt

Gleichstellung von Frauen ist eine der zentralen Herausforderungen in der Stadt, um das Leben zukunftsorientiert und gerecht zu gestalten, damit Frauen und Männer auf dem gesamten Lebensweg die gleichen Chancen erhalten: – persönlich –familiär –beruflich –zivilgesellschaftlich.

1. Vereinbarkeit von Beruf, Familie,Pflege und Care-Arbeit

1.1. Wie bewertet Ihre Partei das Angebot zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie, Beruf, Care-Arbeit und insbes. Pflege für berufstätige Bielefelder*innen?  Welche  Maßnahmen/Initiativen plant  Ihre  Partei  zu diesem Thema? Wie  sollen auch pflegende  Angehörige  konkret  entlastet werden?

1.2. Was wird Ihre Partei konkret tun, um bei Flexibilisierung der Arbeit die Gleichstellung der Geschlechter zu befördern?

1.3. Wo sieht Ihre Partei Möglichkeiten, Unternehmen in Bielefeld bei der Umsetzung  einer  guten  Vereinbarkeit  von  Beruf,  Familie,  Pflege  und Care-Arbeit für ihre Beschäftigten zu unterstützen? Planen Sie Netzwerke zu bilden, um hierzu Impulse zu setzen?

1.4. Plant Ihre Partei bei der Vergabe von kommunalen Aufträgen oder sonstigen Leistungen nachhaltige Care-Konzepte dem Equal Care Mani-fest entsprechend mit zur Bedingung bei der Vergabe zu machen?

2. Frau und Wirtschaft

2.1 In Bielefeld sind Frauen nach wie vor seltener in Führungsfunktionen in der Wirtschaft zu finden. Mit welchen Impulsen will Ihre Partei diese Situation verändern?

2.2. Was  sind  Ihre  Vorstellungen,  wie  in  den  Arbeitsfeldern  der  Wirtschaftsförderung Geschlechtergerechtigkeit stärker  befördert werden soll?

2.3.Mit  welchen  Maßnahmen  wird  Ihre  Partei bei ExistenzgründungenGeschlechtergerechtigkeit unterstützen? Mit  welchen  Netzwerken  wollen Sie hier Impulse setzen?

2.4. Was will Ihre Partei tun, damit auch Alleinerziehenden die Aufnahme einer existenzsichernden Beschäftigung erleichtert wird?

2.5.  Welche  Maßnahmen  plant  Ihre  Partei,  um  berufliche  Einstiegs-und Entwicklungsmöglichkeiten  für  Mädchen  und  Frauen  mit  Migrationshin-tergrund zu verbessern?

3. Die Stadt und kommunale Betriebe als Arbeitgeber

3.1.  Befürwortet  Ihre  Partei  die  Einführung  einer  Quote  für  Frauen  in Aufsichtsräten  und  Vorständen  von  Bielefelder  Beteiligungsgesellschaf-ten? Wenn ja, wie planen Sie sich dafür konkret einzusetzen?

3.2. Was wird Ihre Partei unternehmen um die Kultur in der Stadtverwaltung sowie in den kommunalen Betrieben dahingehend zu verändern, dass die  Möglichkeit  von  Führen  in  Teilzeit  selbstverständlicher  wahrgenommen wird und auch mehr Männer Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Pflege und Care-Arbeit in Anspruch nehmen?

3.3. Was wird Ihre Partei tun, um den Frauenanteil in MINT-Berufen sowie  den  Anteil  von  Frauen  im  IT-Bereich  in  kommunalen  Unternehmen zu erhöhen?

4. Finanzen

4.1. Plant  Ihre  Partei  das  finanzpolitische  Instrument  Gender  Budgeting als  Entscheidungsgrundlage  für  eine  gezielte  Gleichstellungspolitik  einführen?

4.2. Werden  Sie  Gender  Budgeting  in  die  Zielvorgaben  für  den  kommunalen Haushalt integrieren?

4.3. Welche gleichstellungsorientierten Ziele sollen im wirkungsorientierten Haushalt in Zukunft verstärkt berücksichtigt werden?

4.4. Plant  Ihre  Partei, die  spezialisierten  Fach-Projekte der  unterschiedlichen  frauen- und  mädchenspezifischen Einrichtungen  auskömmlich  zu finanzieren? Wenn ja, wie?

5. Digitale Stadt

5.1.  Welche  Impulse wirdIhre  Partei  im  Bereich  der  Digitalisierung  setzen, um  die  Gleichstellung  der  Geschlechter  und  die  Chancengleichheitvoran zu bringen?

5.2. Sieht Ihre Partei in der Digitalisierung Chancen für verbesserte und unmittelbarere Formen der Bürgerbeteiligung? Welche Beteiligungsformate planen Sie, damit auch Frauen sich ernsthaft beteiligen können?

5.3. Wie will Ihre Partei der Gefahr von Gewalt im Netz gegen Frauen (Cyber Harassment) im kommunal beeinflussbaren Bereich frühzeitig und konsequent begegnen?

6. Öffentlicher Raum und Sicherheit

6.1. Was muss aus Sicht Ihrer Partei getan werden, um eine geschlechtergerechte Stadtplanung  und  Stadtentwicklung  umzusetzen?  Was  werden Sie tun, um das zu erreichen?

6.2. Welche Pläne hat Ihre Partei, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass  spezifische  Bedürfnisse  von  Mädchen  und  Frauen  berücksichtigt werden (z.B.kurze Wege, dezentrale Infrastruktur, Barrierefreiheit)? Wie soll  nach  Ihren  Vorstellungen  der  sichere  und  angstfreie  Aufenthalt für Mädchen und Frauen im öffentlichen Raum und in den öffentlichen Grünanlagen konkret gestaltet werden?

7. Wohnen und Umwelt

7.1. Wie will Ihre Partei, eine geschlechtersensible Wohnraumversorgung in Bielefeld schaffen?

7.2.  Wie  bringt  Ihre  Partei  bei  der  Ausweisung  von  Wohnraum  zugleich auch mit Umweltaspekten(Natur, Luft) in Einklang? Wie will Ihre Partei der Landschaftszersiedlung und dem Flächenfrass konkret begegnen?

7.3. Welche Ansätze verfolgt Ihre Partei, um die bürgerschaftliche Mitwirkung und nicht-formelle Beteiligung bei vorhaben-und themenbezogenen Gestaltungs- und Planungsprozessen zu verstetigen?

7.4.Welche  konkreten  Maßnahmen  hat  Ihre  Partei  vor,  um  Verteilung von  Wohnraum  für  die  Zielgruppender  Alleinerziehenden und  Seniorinnen bedarfsgerechter  zu  gestalten  und  innovative  Wohnraumprojekte  zu fördern?

7.5.  Plant  Ihre  Partei  bei  der  Vergabe  von kommunalen Aufträgen  oder sonstigen Leistungen nachhaltige Umweltschutz-Konzepte mit zur Bedingung der Vergabe zu machen?

8. Beratung und Hilfe für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen

8.1.  Wie  bewertet  Ihre Partei die  bestehenden Beratungs- und  Hilfsangebote  für  von  häuslicher  Gewalt  oder  sexualisierter  Gewalt  betroffenen Mädchen  und  Frauen  in  Bielefeld? Mit  welchen  konkreten  Maßnahmen planen Sie, die Situation der nurprojektfinanzierten Angebote zu verbessern?

8.2.  Wie  will  Ihre  Partei  die  psychosozialen  Beratungs- und  Unterstützungsangebote  für  Menschen  mit  Flucht- und  Migrationserfahrung und hier insbesondere die für  von  Gewalt  betroffene  und  potentiell  traumatisierten Mädchen und Frauen verstetigen?

8.3.  Plant  Ihre  Partei  präventive  Maßnahmen  zur  Bekämpfung  von Sexismus,  sexualisierter  Gewalt  und  gruppenbezogener  Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Sexualität?

9. Repräsentanz von Frauen

9.1. Gibt es Konzepte Ihrer Partei, um den Frauenanteil im Rat und in den Bezirksvertretungen zu erhöhen? Wenn ja, was ist konkret geplant?

9.2.  Unter  den  11  Ehrenbürgern  der  Stadt  Bielefeld  findet  sich  nur  eine einzige  Frau  (Verleihung  1934). Was  unternehmen Sie,  damit  bei  hohen Auszeichnungen  (insbes.  Ehrenbürgerschaft,  Ehrenring)  herausragende Bielefelder Frauen angemessen berücksichtigt werden?